Sylvie & Rafael. Bettina & Christian. Auf dem Boulevard hat das neue Jahr schon mal mit zwei spektakulären Trennungen begonnen. Und da gerade Promi-Paare offenbar nicht nur gern mitteilsam sind und viel feiern, raten wir mal, dass es demnächst in Großburgwedel und Eppendorf Promi-Scheidungspartys geben wird.

Manche Eventmanager hierzulande verkaufen seit Jahren als total neu und im Trend liegend etwas, das wie ein Standard-Junggesell(inn)enabschied ist – nur eben umgekehrt, aber mit den gleichen wichtigen Programmpunkten: sehr viel alkoholische Getränke, komische Hüte, Kreischen oder Johlen und Male-Striptease oder Lap-Dance.

Aber es geht auch anders. Und das finden wir gut. Heißt im Original „Divorce Shower“. Also eine Kombi aus der, vor allem in den USA kurz vor der Hochzeit üblichen, „Brautparty“ und eben Scheidung.

Die Scheidungsparty wird von den engsten Freunden initiiert, organisiert und die Geschenkeliste koordiniert. Im Kaufhaus „Debenhams“ in London beispielsweise ist ein Scheidungstisch mittlerweile genauso buchbar wie ein Hochzeitstisch. Zu Brautpartys bekommen die Bräute klassisch Geschenke für das gemeinsame Zusammenleben (Haushaltsgegenstände) und die Ehe (Dessous). Bei der Scheidungsparty gibt es dann Dinge, die seit dem Auseinanderdividieren des ehemals gemeinsamen Haushalts fehlen (Haushaltsgegenstände, Unterhaltungselektronik) oder die laut krachend zu Bruch gegangen sind (Mingvasen etc.). Auch gut: eine Sammlung von Rezepten, die sogar Spaß machen, wenn man sie für sich allein kocht. Und: Kochkünste eignen sich natürlich auch, um eine Neueroberung zu beeindrucken.

Gegenstände für den Haushalt sind als Geschenk besonders beliebt, weil nach einer nicht kurzen Ehe gerade die Küche als intimerer Ort empfunden wird als das Schlafzimmer. Oder anders (und wirklich ohne Ironie) gesagt: Nach Jahren kann man zu einer Salatschüssel, die immer bei den Abendessen mit den gemeinsamen Freunden oder bei wirklich guten Gesprächen hin und her gereicht wurde, eine tiefe Bindung haben. Ist die Schüssel nicht mehr da oder wird nicht mehr gereicht, braucht es „Ersatz“ – so oder so.

Auch bei einer Scheidungsparty ist eine – gern mehrstöckige – Torte beliebt. Auf dem höchsten Plateau findet sich – je nach Empfinden – eine Splatter-Szene oder auch ein neues Paradies aus Marzipan. Und natürlich haben professionelle Party-Ausstatter diesen Markt bereits für sich entdeckt. Es gibt alles von Trennungs-Lollis, -Toilettenpapier bis Voodoo-Piñatas. Auf Scheidungen spezialisierte Event-Agenturen bieten unter anderem volldurchorganisierte Motto-Partys: „Survivor“ (in einer Wüsten-Szenerie), „50 Ways to leave your Lover“ oder „Hit the Road, Jack!“.

Meist ist eine Scheidung nicht unbedingt ein Grund, fröhlich Konfetti zu werfen. Manche sagen: Nur wenn man mit jemand verheiratet war, den man selbst und auch sonst niemand, mochte, darf man es drei Tage lang krachen lassen. Andere sagen: Nach einer Scheidung kann man sich entweder zwei Jahre zu Hause grämen oder ein Fest feiern. Eines, an das man sich gern erinnert, weil es einen Neuanfang markiert. Wir sagen: Für fast jeden Lebensabschnitt gibt es Rituale. Eine Scheidungsparty kann ein Zeichen sein – für einen selbst, für Freunde und Familie. Nicht zu vergessen: Man versichert sich zudem der Freunde, die nicht in der Scheidungsmasse untergegangen sind.

Wir sind gespannt, auf buntem Papier zu erfahren, wer möglicherweise in Eppendorf und Großburgwedel auf der Gästeliste landen wird.


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