Halloween war gestern (done! thx!). Heute ist Allerheiligen. Ein Feiertag, ein christlicher. Es soll der Heiligen gedacht werden, und dazu haben Baden-Württemberger, Bayern, Nordrhein Westfalen, Rheinland-Pfälzer und Saarländer auch reichlich Gelegenheit, denn sie müssen heute nicht zur Arbeit. Morgen, am 2.11., ist Allerseelen. Da wird christlich nicht nur Heiliger, sondern aller Verstorbener gedacht und für ihre ewige Ruhe gebetet. — Aber woanders geht das anders, z.B.:

Madagaskar!

(Nein, nicht das von Marty, Melman, Gloria. Sondern die Republik, riesige Insel, östlich von Mozambik.)

„Famadihana“ ist dort der wichtigste Ritus des Ahnenkults. In großen Familien werden auf Rat des Ombiasy, eines spirituellen Führers, mindestens alle 10 Jahre die Überreste der toten Angehörigen ausgegraben. Die Gebeine werden in neue Leichentücher oder Bambusmatten gewickelt und mit ins Haus oder Heimatdorf genommen, wo zu Ehren der Toten ein großes Fest stattfindet. Den Ahnen werden neue Familienmitglieder vorgestellt und der Wohlstand der gesamten Familie gezeigt. Famadihana ist im Rahmen des Festes eine Art schamanischer Ritus, bei dem in Gegenwart des oder der Ahnen, eine spirituelle Neuordnung der Familie eingeleitet wird. Am darauffolgenden Abend bringt das  Oberhaupt die Gebeine in das Familiengrab zurück, damit alle alten Seelen wieder in die Welt der Ahnen zurückkehren können.

Interessant, oder? Wer Genaueres im schönen Internet nachlesen möchte, z. B. hier.