Ostern, Fest des Friedens. Puh, dachten wir Mitte letzter Woche, da haben sie vor den Feiertagen ja gerade noch mal die Kurve gekriegt, die Diplomaten am Genfer Verhandlungstisch. Großes Aufatmen in Brüssel, Berlin, bei Siemens und in der fett.-Redaktion. Pasqua, Paix, Pace, Peace… hängt schließlich alles miteinander zusammen.


Früher ging man zu Ostern für den Frieden auf die Straße. Also quasi: alle. Zumindest: richtig, richtig viele. 10.000 beim ersten Ostermarsch 1958 in London, in den Achtziger Jahren in Deutschland bis zu einer Million. In diesem Jahr waren es nur ein paar tausend. Trotz Ukraine, trotz Syrien. Trotz Nigeria und der Zentralafrikanischen Republik, wie uns der Heilige Vater von seiner Loggia im Petersdom aus am Ostersonntag erinnerte. Von Frieden keine Spur – aber von Friedensbewegung eigentlich auch so was von gar nicht mehr. Denkt man. Vielleicht liegt´s daran, dass sich heutzutage zu Ostern einfach erstmal jeder (oder jeder zweite) die Turnschuhe anschnallt und – pfundweise Lindt-Eier vor der Brust – zum vorsorglichen Kalorienverbrennen für ein paar Stunden in der Muckibude oder auf dem Trimmpfad verschwindet? Und danach – und nach den Marc de Champagne-Eiern – zu kaputt/wahlweise: zu saturiert ist, um noch auf die Straße zu gehen?

Oder – und das ist die österlich versöhnliche Spekulation zum Thema – sind die Menschen friedensbewegt wie noch nie, tun aber ihren Protest nur im Privaten kund? Mit einer Aktion, die bei strahlendem Sonnenschein zu Ostern eigentlich viel radikaler ist, als draußen zu marschieren? Vielleicht sind Hunderttausende – wie wir – einfach im Bett geblieben…?

“Make love not war” hauchten vor 45 Jahren John Lennon und Yoko Ono in der Präsidentensuite des Amsterdamer Hilton Hotels in die Mikrofone der Journalisten. Es ging um den Vietnamkrieg, und hätte es damals schon Facebook oder Youtube gegeben, wäre die brillante Bed-in-Idee garantiert ein viraler Burner mit Millionen Matratzen-Selfies geworden. Eine globale virtuelle Kissenschlacht als Anti-Kriegs-Shitstorm. Vielleicht sogar mit politischer Durchschlagkraft, wer weiß. Wir können aus heutiger Sicht nur sagen: Grundsätzlich war das erst mal eine prima Idee. ”Es ist doch besser, statt Krieg zu machen, im Bett zu bleiben” – d´accord, Yoko, dear! Und gerade wegen seiner Banalität hat dieser Satz bis heute Bestand. Wie friedlich wäre die Welt, wenn der eine oder die andere morgens einfach in den Federn bliebe. Und dabei müssen wir gar nicht an all die prominenten Imperatoren, Aggressoren und Diktatoren denken, die gegenwärtig die Welt in Unruhe bringen. Es reicht auch das kleine Arschloch von nebenan. Und um fair zu sein: gelegentlich auch das in uns drin.

Imagine – dieses Jahr zu Ostern auch bei uns. Wobei: ganz so weit wie in Amsterdam ging es natürlich nicht in der Directricensuite der fett.-Redaktion. Dafür haben wir getrunken, was wir lieben: grünen Tee und Gin, unsere Eigenkreation, Green´n Gin. Eine Fusion zwischen United Queen (Happy Birthday, HRM!) und Tenno, also John und Yoko, und ein Getränk, das so wach und klar im Kopf macht, dass wir es am liebsten auf jeder Friedenskonferenz dieser Welt zwangsausschenken würden.

How to:

 

 

PS Von uns für Euch: ein spätösterliches wie exklusives fett.es Paix-Peace-Bilderrätsel! Wer findet unten die besten Fehler zwischen Original und Fälschung? (Wie immer, Klick auf’s Bild = größer, das.) Zuschriften bitte an hier. Zu gewinnen gibt es…? Lasst Euch überraschen!

Friede, Freude und reichlich Eier oder Kuchen, auch in diesem April, wünscht:

fett.

 

 

 

PeaceFaelsch3

 


Fotos: ©fett. (8); wikipanion (3)