Take us to the mɑrdiɡrɑː! Deshalb Hurricane No. 1. Der Klassiker aus New Orleans, Hauptstadt des Mardi Gras – der Mississippi- und Karibik-Variante von Karneval und ein knallbunter, knalllauter, abgefahrener Mix kreolischen, spanischen, französischen und amerikanischen Ursprungs mit streng katholischer wie jeder Menge Voodoo-Kultur.

Apropos Mix: Eigentlich stehen wir ja nicht so sehr auf Gemixtes mit Alkohol, mögens lieber pur. Und wir gestehen: Dumm geguckt haben wir, als der Spirituosen-Experte unseres Vertrauens sagte: „Mardi Gras? Da trinkt ihr auf jeden Fall „Hurricane“, einen Fruchtcocktail mit dunklem Rum.“ Denn, obwohl unsere letzten Erfahrungen mit Fruchtcocktails aus den späten 80ern sind (sehr richtig, eigentlich durften wir da noch gar keinen Alkohol trinken!), so meldete sich doch bei dem Wort gleich wieder der alte Kopfschmerz – erstaunlich. – Und Rum? Dazu fiel uns sofort dies ein: wässriger Grog und sein einzigartig fieser Geruch, Ce-cardi-Cola-Fans in Multiplex-Kinos und immernoch die Frage, warum Rolf Töpperwien leider versucht hat, 80%igen Stroh-Rum anzuzünden…

„Papperlapapp!“ sagte unser Experte und: „Hier gehts um echten Rum. Das wird auch Euch schmecken“. Denn was wir als Rum kennen, ist häufig nur Rum-Verschnitt, heißt: muss nur mindestens 5% echte, aus Zuckerrohrsaft gewonnene Melasse enthalten, der Rest kann Alkohol „aus anderen Rohstoffen sein“. Iiiih… — Echter Rum hingegen kommt vor allem aus der Karibik, Mittel- und Südamerika. (Und bei all den Infos zwischendurch ein Brüller:) Der Begründer der modernen Rumherstellung war Don Bacardi! Don Bacardi…, wir finden das sehr lustig. Jedenfalls ist es Don Bacardi aus Kuba zu verdanken, dass es seit 1850 auch weißen Rum gibt. – Nebenbei: Das heutige Unternehmen Bacardi ist der weltweit der größte Hersteller von Rum.

Also, wir ließen uns trotz Frucht und Rum fachmännisch überzeugen und los ging’s:

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Das Original Rezept für EINEN Hurricane No. 1 wurde uns auch verraten:

  • 8 cl dunklen Jamaika-Rum (z.B. Captain Morgan Black Label)
  • 4 cl Passionsfruchtsirup
  • 4 cl frisch gepressten Zitronensaft
  • Zeste einer Bio-Zitrone
  • crushed Ice
  • Eiswürfel
  • Glas: Hurricane
  • und jede Menge Bar-Equipment, aber mindestens einen Shaker

Und so wirkt Hurricane No. 1:

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Weg mit den Strohhalmen:

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Zwischendurch versuchte der Experte, uns mit der Geschichte unseres Drinks vom Dauerschlürfen abzuhalten: Erfunden hat’s Pat O‘Brien in seiner Bar im French Quarter von New Orleans, dem „Pat O‘Brien‘s“.  In den 40er Jahren, während des Weltkriegs, war der beliebte Scotch Whisky wegen der erschwerten Transportbedingungen Mangelware und wurde von Spirituosenhändlern auf eine kuriose Art rationiert. Nur wer eine größere Menge eher unbeliebten Jamaika-Rums abnahm, durfte überhaupt Whisky kaufen. So türmten sich auch bei Pat O‘Brien die Rum-Flaschen. Also musste man sich was einfallen lassen, um auch das Zeug irgendwie an die Leute zu bringen. Es entstand der Mix aus dunklem Rum, Fruchtsirup und Zitrone auf Eis in einem auffälligen, großen Glas: fertig war der Hurricane – ein Verkaufshit!

Und, wir wurden aufgeklärt: Der Hurricane heißt nicht, wie er heißt wegen des tropischen Sturmsystems, das in karibischen Staaten gefürchtet ist, sondern wegen der besonderen Gläser, in denen er klassisch serviert wird. Diese Gläser sind alten Hurricane Warnlampen nachempfunden und heißen deshalb auch so. Drum. Das.

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Unser UrteilSchmeckt sensationell gut! — Könnte man auch auf einen Sitz runterziehen.  — Wird mit der Zeit immer leckerer. „Stimmt“, sagt der Fachmann, „Liegt am Schmelzwasser, das das Aroma des Rums richtig nach vorne spült“. — Hey, Mama, take me to the Mardi Gras! — Lecker, lecker, so ein Fruchtcocktail! — Sehr gut, sehr gut, so ein Rum! — Autofahren geht wohl nicht mehr, oder!?! Aber Festwagen fahren geht auf jeden Fall! — Herrlich!

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Wer sich bis Aschermittwoch noch nach New Orleans begeben möchte oder vielleicht noch vom gestrigen Superbowl dort hängen geblieben ist, hier das offizielle Mardi Gras Parade Programm 2013. Für alle anderen: Nicht nur sensationellen Hurricane gibt es bei Cocktailors – Bar, Event, Service – oder in Hamburg: Blaues Barhaus und 3Freunde Cocktailbar (Klick!).


 


Fotos: ©fett.