Anders als Tequila, Tacos und Salma Hayek hat der Tag der Toten bisher noch keinen Eintrag in der Liste mexikanischer Exportschlager geschafft – verwunderlich eigentlich, bringt die Fiesta de los Muertos an Feier-Folklore doch so ziemlich alles mit, was nötig wäre, um sich einen festen Platz im Eventkalender der vergnügungssüchtigen Nordeuropäer zu sichern.

Die Fiesta de los Muertos ist ein Familienfest mit öffentlichem Charakter. Kernidee der Veranstaltung ist ja bekanntlich, dass verstorbene Verwandte einmal pro Jahr das Totenreich verlassen und ihre Rückkehr von der ganzen Familie feuchtfröhlich gefeiert wird*. Die morbide Ästhetik des Festes ist kultverdächtig: Skelette, Knochen und Totenköpfe gehören dazu, als Girlande oder Laterne, Kuchendekoration oder Süßigkeit – krachbunt und gern mit viel Geglitzer. Damit die Toten auch sicher den Weg zu ihren Familien finden, werden Hauseingänge mit Laternen und orangefarbigen und gelben Blumen geschmückt. Man empfängt  den Besuch aus dem Jenseits mit den “Ofrendas”, üppig geschmückten Gabentischen mit Leckerbissen, Getränken, gern auch Alkohol und Zigaretten. Es wird getanzt, gesungen und gelacht, manche Feiern haben mehr als hundert Gäste. Der finale Teil der Feier findet auf den Friedhöfen statt, wo die Familien am Abend des 2. November Abschied feiern. Um Mitternacht  kehren die Toten in ihr Reich zurück – bis zum nächsten Jahr.

* Toll und besser erklärt bei David Bongard

 

Mehr zur fett. auf dem Bild oben…