Eskimos haben zweitausend Wörter für Schnee, ungefähr. Thomapyrin sagt, es gibt 250 Arten von Kopfschmerzen. Und wir haben manchmal nur ein Wort für die Kombi aus beidem: Kater.

Die alten Römer sollen nach Gelagen rohe Euleneier oder gebratene Kanarienvogel gegessen haben, um wieder zu sich zu kommen. Die berühmte „Prärieauster“ – im wesentlichen aus Eigelb, Worcestersoße, Essig und Tabasco – wurde erstmal 1878 anlässlich der Pariser Weltausstellung präsentiert. Und der Barchef im Ritz Carlton in New York mixte in den 30er Jahren jede Menge seines Heilmittels: Cola mit Milch.

Also, was tun? Call Doctor Margarita? Das berühmte Konterbier? Oder tot stellen? Aus aktuellem Anlass* und frühlingsfestlich vorausschauend haben wir uns kurz in der Welt der Rezepte gegen das pelzige Tier umgeschaut.


Bei „la gueule de bois“ oder „mal aux cheveux“ empfohlen: Schön starken Kaffee mit Salz trinken, Borretsch und Artischocken oder Austern und Fischsuppe essen. Bon appétit!

Spanier, Argentinier, Uruguayer und Peruaner raten gegen „la resaca“ zu Eiern. Ob roh oder als Tortilla, Hauptsache: Ei. Dazu Tomatensaft, Avocado und Bohnen. Si claro! — fett.-Sonderservice für die kommende Urlaubszeit! So macht man in anderen spanisch sprechenden Ländern klar, wie es einem geht:

Bildschirmfoto 2013-04-21 um 19.24.17Paraguay: Akârasy
Chile: Caña/Hachazo (Hui, „das Beil“!)
Ecuador Chuchaqui
Mexiko: Cruda („roh“?)
El Salvador, Costa Rica, Honduras, Guatemala, Nicaragua, Panama: Goma („Gummi!“)
Venezuela: Ratón („Maus“?)
Kolumbien: Guayabo („Guavenbaum…“)
Bolivien: Ch’aqui
Dominikanische Republik: Suape („Wischmopp“!)

Indische Schnapsnasen schütten am Morgen danach „Jaljira“ oder „Jeera Sip“ in sich, ein Gebräu aus Kreuzkümmel, Minze, Pfeffer, Chili, Steinsalz und Stinkasant oder Teufelsdreck. Gerade die letzten beiden Zutaten klingen zweckmäßig vertrauens- würdig.

In China gilt schlicht Pu-Erh-Tee als Zaubertrank gegen den Brummschädel.

Die Japaner kommen nach zu viel Sake mit Miso Suppe wieder in die Spur. Miso wird aus fermentierten Sojabohnen gewonnen und steckt voller Mineralstoffe und Eiweiß. Das muss man wissen, sonst bekommt man das Süppchen vielleicht nicht runter.

Das meiste zum Thema scheinen aber wirklich die Briten zu wissen – warum nur?     Bei einem gepflegten „Hangover“ sollen pflanzlich Mariendistel und Feigenkaktus Wundermittel sein. (Tee oder Pillen, geschnitten oder am Stück, offenbar egal.) Empfohlen wird auch der hohe Konsum von Nudelsuppe und reichlich „Vegemite“ oder „Marmite“. Und natürlich sehr beliebt: Kontern mit „Fernet Branca“, „Black Velvet“ (Champagner und Guinness) und/oder einer feinen „Bloody Mary“.

Bildschirmfoto 2013-04-Eine schon etwas ältere Umfrage einer Uni in Michigan dokumentiert, dass die meisten USA-ler als „Cure“ auf frittierte Lebensmittel und sexuelle Aktivität setzen. Die Reihenfolge wurde nicht verraten.

Uns geht es jetzt schon viel besser. Womit heilt Ihr Euch, wenn? Bitte berichten an: kater@fett-magazin.de (Alle Zuschriften werden natürlich wie immer total vertraulich behandelt!)


 *Merci, [bɛɐ̯ˈliːn]!