Früher wusste man:  Wenn sich die Balken der Wochenmarktstände unter Kürbis-Pyramiden biegen, ist Herbst. Heutzutage werden die massigen Dickhäuter das ganze Jahr hindurch aus den entlegensten Ecken der Erde in die Flieger gewuchtet, damit hierzulande selbst im Mai keine(r) auf sein Kürbis-Ingwer-Süppchen verzichten muss. Vielleicht liegt es am saisonneutralisierten Überangebot, dass wir uns dieser Tage eher mit einem schweren Seufzer in der Brust in die Schlange der frohlockenden Kürbisfans  (“Endlich! Wieder! Aus der Region!”) einreihen, um – natürlich, wat mut, dat mut – einen Hokkaido heim an den Herd zu schleppen.

Hier aber hört die Gemeinsamkeit auf. Weil, pardon, als Suppe, Ragout, Auflauf, eingemachtes oder ofengeröstetes Hors d´oeuvre können wir die Dinger nicht mehr sehen. Lange haben wir die Hokkaidos im Geiste hin- und hergerollt, bis uns – gerade noch rechtzeitig bis zum ersten Kürbis-Saisonhöhepunkt Halloween – endlich die einzig wahre, fett.e Idee kam…

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Ingredienzien_webMan nehme…  und ein robustes Messer und säble einen halben Hokkaido (Butternut…, Muskat… egal) in Stücke. Diese werden im Ofen bei 180° ca. 15 Minuten gegart und dann mit dem Mixer zu Püree verarbeitet. Parallel bereitet man einen halben Liter schwarzen Tee zu, presst 3 bis 4 Saftorangen aus und schaufelt drei Esslöffel Rohrzucker dazu. Alles zusammen noch einmal gut durchmixen und dann im Gefrierbeutel ab ins Eisfach.

kuerbis_blendSorbet-Erfahrene werden einwenden: Aber man sollte doch vielleicht lieber eine flache Schale und dann halbstündig mit der Gabel durchgraben… War uns zu viel Arbeit, aber wir haben auch einen leistungsstarken Blender. Und für Junggesellenhaushalte empfehlen wir: Einfach am nächsten Tag den gefrorenen Kürbisklumpen kräftig mit dem Nudelholz bearbeiten – immer feste druff, bis nur noch zarte Kristalle aus der Tüte rieseln, funktioniert astrein.


Das Ergebnis macht in zwei Varianten Spaß: Erstens jugend- und alkoholfrei als knallorangefarbener Slush zum Löffeln. Schmeckt Kindern! Allen! Garantiert! Und zweitens als unser favourite Drink of the Month: Pumpkin Jimmy! Also raus in den Garten, zack!, Slush ins Glas, rums! guten Schuss Jim Beam (oder anderen Bourbon) drauf, warme Puschen an, Kuscheldecke fest um die Knie wickeln und: Cheers!

Das fett.e Urteil: delicious! Vom ersten Schluck an und wird – je mehr, je länger –  immer besser. Ein Kürbis-Wunder. Endlich.

Einen goldenen Oktober wünscht

fett.

 


Fotos: ©fett.