80 Mrd. Euro Umsatz hat sich der deutsche Einzelhandel für das diesjährige Weihnachtsgeschäft vorgenommen – toi toi toi! Es könnte was werden, denn das Shoppen im Stationären erlebt gerade eine kleine, feine Renaissance, wie in diesen Tagen zu beobachten ist. In Hamburg standen an diesem Wochenende Hundertschaften kaufkräftiger Konsumenten Schlange, jawoll, SCHLANGE, um sich im Gedränge gut gefüllter (und geheizter) Hallen Tischlampen, Topflappen, bedruckte Shirts und Schmuckunikate, hausgebrannte Schnäpse und handgerührte Marmeladen aus den Händen zu reißen.


Beim Holy Shit Shopping in Hamburg, Köln, Stuttgart, Berlin, beim (M)Unikum in München, Yard in Bochum, bei DesignGift, HelloHandmade und unzähligen Atelier-Verkäufen in Metropolen, Kleinstädten und auf dem Land wird ge- und verkauft wie im Rausch. Herrlich!

Und auch der „klassische“ stationäre Einzelhandel hat dazugelernt: Mit 30.000 Aushilfen (verspricht der Handelsverband HDE) zeigen Karstadt und Co. dem Online-Handel die Stirn, auf dass bloß keinem Kunden beim Warten auf die „Bedienung!!!“ der Geduldsfaden reißt und er abdreht in Richtung Amazon. Denn auch die Online-Versender machen inzwischen schon ein Viertel ihres Umsatzes im Weihnachtsgeschäft (prognostiziert: 7,4 Mrd. Euro in diesem Jahr), und ihr Anteil wächst rasant zweistellig.

Um die Kunden „offline“ zu binden, geht inzwischen hier und da ein Fachhändler sogar noch einen Schritt weiter, wie zum Beispiel der Hamburger „Spielplatz“, der mit einem tollen Adventskalender vom 1. bis 24. Dezember jeden Tag eine neue Sonderaktion anbietet. Support your local dealer, lautet die Devise, und das finden wir richtig gut – schließlich sollen sich auch in zehn Jahren noch Kinder an glitzernd geschmückten Schaufenstern die Nasen plattdrücken können!