Caramba! In einem Monat ist Schluss! Überall. Die Welt geht unter. Ohne viel Tamtam. Sondern schlicht: Kalender zu Ende – basta, Weltuntergang. Die Maya und andere spirituelle Meister und Geister sagen ganz klar: 21. Dezember 2012 – ¡se acabó lo que se daba! — Doch fett. macht da nicht mit! Ist doch viel zu schön hier! Deshalb geben wir alles und versuchen, die Götter noch auf den letzten Drücker umzustimmen. Sie zu bewegen, vielleicht doch noch mal zu suchen, wo bisher nicht gesucht wurde – wir kennen das ja!

Liebe Mayas, guckt doch bitte nochmal, ob nicht doch irgendwo noch ein neuer Kalender liegt. Wär doch nett! Und wir bitten nicht nur, wir tun auch was! Um Euch milde zu stimmen, trinken das Getränk der mexikanischen Hochprozentikkultur: Tequila!

Ja, Tequila hat ein schwieriges Image. Ehemals festes Ritual einer jeden guten, ausgelassenen Party: Tequila trinken. Die Kunst bestand darin, in einer einzigen fließenden Bewegung Salz auf den Rücken der einen Hand streuen, ablecken, mit der anderen Hand den Schnaps in den Hals schütten, und sofort in ein, wieder mit der einen Hand gegriffenes, Stück Zitrone oder Limette oder Orange beißen. Heute allerdings wird der hochprozentige Agaven-Brand höchstens noch bei Junggesellenabschieden als “salonfähig” betrachtet. Dachten wir…
Doch aus stets gut unterrichteten Kreisen wurde uns berichtet:  “Tequila ist wieder da! Besser als je zuvor. Tequila ist hip!” Und da wir uns nicht nur was erzählen lassen, haben wir uns mit professioneller Betreuung ins fett.-Testlabor begeben und 5 Tequilas blind verkostet. Natürlich haben wir dank fachkundiger Anleitung die Substanzen (zunächst) genauso probiert, wie es auch die echten Tijuanaer tun, nämlich ohne Salz-Schnickschnack, langsam, Getränk auf Zimmertemperatur und im schicken kleinen Weinglas.

Doch erstmal, uno, dos, tres: Musike an!

 

Bitteschön, hier unser mutiger Selbstversuch zur Rettung der Welt:

 

Noch sind die Gläser leer…

 

Nun nicht mehr.

 

Directrice I: “Ohmann, ey! Das ist Alkohol! Trotzdem spritzig.“
Directrice II: „Schmeckt nicht wie Tequila, sondern eher wie Grappa.“
Bewertung: wir sind uns einig, 1 (von 5 möglichen) Limetten!

 

Der nächste, bitte!

 

Directrice I: „Der zieht ja sofort von der Oberlippe in die Nase durch die Nebenhöhlen… – das ist Pfeffer! Und Pepperoni, Chili, Gras, Holz, Gemüse. Brachial!“
Directrice II: „Wums! Ich hab überall ne Gänsehaut. Aber gut.“                              Directrice I: 3 Limetten (von 5 möglichen)
Directrice II: 4 Limetten

 

Glucker, glucker… No. 3

 

Directrice I: „Eine geschmackliche Explosion. Überraschend. Schmeckt nach Honig. Denk ich sofort an ein Kaminfeuer mit einem Fell auf den Füßen. Aber auch ein bisschen an Schluckimpfung, früher. Wo man auf nem Stück Würfelzucker…“
Directrice II: „Santa Dolores! Uiii, Vanille. Schmeckt wie brauner Zucker riecht. Erinnert mich an einen guten Brandy, nur trockener. Gut.“
Directrice I: knappe 2 Limetten
Directrice II: volle Punktzahl, 5 Limetten!

 

Directrice I: „Oh, elegant! Und zurückhaltend. Könnte ich stundenlang dran riechen. Riecht nach Beeren, fruchtig. Hat auch im Gegensatz zu den anderen bisschen Säure. Angenehm…“
Directrice II: „Der ist doch pelzig! Und ein bisschen tut der auch weh im Mund. Ich finde, das ist der blasse Bruder von dem vorherigen.“
Directrice I: volle Punktzahl, 5 Limetten!
Directrice II: pah, 2 Limetten…

 

Nach dem 4ten Tequila ging eine sonderbare, natürlich rein äußerliche, Wandlung vor. Wahrscheinlich wurde fett. schon erhört…

 

Directrice I: „Das ist schön! Karamell, Frucht, vielleicht Quitte. Oh, ah! Interessant, der hat 2 Ebenen – plüschig unten und duftend oben. Ein Geschmackserlebnis. Mein lieber Mann!“
Directrice II: „Oha, liebe Consuela! Ein Geschmacksfächer aus Holz und Steinobst, oder wie eine Kommode, wo es in jeder Schublade anders riecht. Herbstpflaume, Zwetschgenkuchen, Tropenholz, Teak, Kräuter, Kerbel, Estragon…“
Directrice I: 4 Limetten
Directrice II: 4 Limetten
Einigkeit und damit der fett.-Gesamtsieger!

 

Lieber nochmal probieren!

Und sachlicherseits erklärt der Experte (der leicht angeschickerten fett.-Redaktion, deshalb „Sorry!“, falls wir was nicht mehr so ganz mitgeschnitten haben): Die Agave ist, logisch, Basis für Tequila, ihr gewächstechnisch nächster Verwandter ist der Spargel! Die Pflanzen stehen 7 Jahre auf Feldern ausgewählter Regionen des mexikanischen Hochlands, bevor sie ausschließlich in Handarbeit geerntet werden – man könnte also sagen: alles öko. Für Tequila werden nur „Blaue-Weber-Agaven“ genutzt. Davon jährlich mehr als 300 Millionen. Wow! Es gibt 3 Grundsorten Tequila: Tequila Blanco, der direkt nach der Destillation abgefüllt wird. Dann die Reposados, die mindestens 3 Monate in Eichenfässern lagern und den Anejo, der vor der Abfüllung mindestens 1 Jahr im feinen Fass reift. Mixed-Varianten schippern in riesigen Tanks zu uns und werden am Zielort verdünnt. Reine Tequilas, also aus 100% Agaven, werden ausschließlich in Mexiko abgefüllt. (Wer mehr erfahren und vor allem probieren möchte, ist z.B. hier richtig.)

 

Der Experte lüftet nun, was wir eigentlich trinken, getrunken haben, weiter trinken…

 

No. 1: „Sierra Milenario Tequila Blanco“, traditionell dreifach destilliert. perfekt in frischen Margaritas. (Preis: ab 30 €)
No 2: „Sierra Destiller‘s Cut“ in einer türkisen Keramikflasche. Ein Mixed-Tequila, der nicht zu kaufen ist.
No. 3: „Sierra Milenario Tequila Reposado“, zweifach destilliert, in Eichholzfässern bis zu 9 Monate gelagert. (Preis: ca. 35 €)

 

No. 4: „Tequila Don Julio Reposado“, 8 Monate in Eichenfässern gereift, mehrfacher Medaillen-Gewinner. (Preis ca. 28 €)
No. 5: „Cuervo 1800 Reserva Añejo“, gehört zu den besten Tequilas überhaupt, 3-jährige Lagerung im Eichenfass. (Preis: ca. 30 €)

 

Das fett. Gesamturteil: Tequila trinken ist muy bien! Und total wirtschaftlich – wir hatten ziemlich gute Laune nach unseren kleinen 5 Test-Substanzen. Tequila möbelt auf. Caramba! Caracho!! Und ganz nebenbei alles wird hell und warm wie am Strand von Puerto Vallarta…

Also, wir stellen uns lieber weiterhin gut mit den Mayas, schwenken die inneren Sombreros und leisten unseren Betrag zur Rettung unserer wirklich schönen Welt. Nix Untergang!

Wer macht mit?