Mehlbestäubte Näschenklebrige Finger, strahlende Kinderaugen: Schööööön! Schön??? Schrecklich schön oder auch schön schrecklich – je nach Nervenkostüm. Deshalb hier ein paar fett.e Survival-Tipps für die TEIGSCHLACHT MIT KINDERNK:

WOMIT IST ZU RECHNEN:

1. Amtliche Schweinerei. Das Problem sind, ganz klar, die Zutaten: Mehl (in Haaren, Augen, Nasen), Butter (dito), Eier (!!!),… Zum Glück hat die Industrie dieses Problem erkannt und liefert Fertigteige ins Kühlregal: Ausrollfertig aus der Folie auf den Tisch, die Kinder können ohne Wartezeit sofort zum (Aus-) Stich schreiten – klingt erst einmal nach einer perfekten Lösung. Ist es auch – wenn man die Kekse nicht selber essen will. Denn geschmacklich reichen sie (sorry, Tante Fanny!) nicht im Ansatz an echte Selbstgebackene heran, ganz gleich, unter wie viel Zentimetern Zuckerguss man sie begräbt. Im Prinzip ist die Glaubensfrage, ob man ohne Scham zum Fertigteig greifen darf, leicht beantwortet: Geht´s einem um das Happening des Backens an sich, setzt man Optik vor Genuss und sind die Kekse vielleicht ohnehin nur für den Adventsbasar in der Schule gedacht – nur zu, keine Skrupel!

Ansonsten hilft vor allem eins: Platz schaffen! Den größten Tisch des Haushalts ins größte Zimmer der Wohnung schieben, vorher den Boden großflächig mit fester Folie oder besser noch (rutschfest!) Malerpapier auslegen. Sollten in diesem Zimmer Polstermöbel stehen: Laken drüber.
Und dann: Nur eine Sorte Teig, den aber in rauen Mengen. Die Zutaten entweder nach Großmutter-Art gleich auf dem Tisch zusammenkneten oder aber ausreichend Gefäße bereitstellen – mehr als zwei Kinderhände pro Schüssel potenzieren das Chaos. Und ganz wichtig: Nicht zu spät anfangen! Wer erst um sechs das erste Blech in den Ofen schiebt, putzt bis Mitternacht.

2. Gequengel. Fast alle Teige brauchen Kühlzeit – in der Regel mindestens eine Stunde. Das sind 59 Minuten zuviel für aufgekratzte Kinder, und damit die nicht aus Langeweile anfangen, mit dem Nudelholz Hau-den-Lukas (Lukas aus dem Nachbarhaus) zu spielen, sollte man sich ein altersgemäßes Pausenfüller-Programm überlegen (Kekstüten-Schilder bemalen. Zuckerguss anrühren und einfärben. Spritztüten aus Gefrierbeuteln vorbereiten. Streusel, Liebesperlen, Nüsse und anderes zum Verzieren in viele kleine Tassen verteilen… Singen, vorlesen.) Oder, besser noch: Man bereitet den Teig gleich mit kleinerer Besetzung (nur den eigenen Kindern z.B.) schon am Vortag zu.

3. Verbrennungen und Bauchweh. Zum ersten Punkt: Klare Ansagen! Ofen und Bleche sind für alle Kinder tabu. Einen sicheren Platz suchen, an dem die Kekse abkühlen können. Wer Balkon oder Terrasse hat, stellt die heißen Bleche direkt aus dem Ofen kurz nach draußen – da geht´s blitzschnell. Trotzdem: Immer gut zu wissen, wo der Erste-Hilfe-Kasten steht!
Zum zweiten Punkt: Bei Vorschulkindern funktionieren drastische Warnungen (Roher Teig und noch heiße Kekse sind total giftig! Quellen im Bauch auf bis man fast platzt und verkleben fies den Magen!!) Bei älteren Kindern meist nur die Drohung, dass jeder Krümel in den Mund geschobener roher Teig später beim Verteilen des fertigen Gebäcks knallhart ”verrechnet” wird. Gegen echten Hunger, der beim Backen natürlich auch auftreten kann, hilft eine vorbereitete Platte mit Stullen und Knabbergemüse.

4. Schlimmer Streit. Wem gehören die perfekt geformten Sterne mit extra viel Glitzerzucker drauf? Wer hat den extra-großen Kiepenkerl gemacht? Darüber können Freundschaften zerbrechen, Türen knallen, Tränen fließen. Daher spätestens beim Verzieren mit aufpassen, dass jeder Keks unter Kontrolle seiner Besitzer bleibt! Wieder ist ausreichend Platz das Geheimnis des Erfolgs. Und große Dosen (beschriftet, am besten von den Kindern mitbringen lassen), in denen die fertigen Kunstwerke umgehend gesichert werden können.

5. Durstige Abhol-Eltern. Auch wenn sich zum Ende hin Erschöpfung breitmacht: Gemeinsame Keksverkostung mit Glühwein und Kinderpunsch muss sein!

VIEL SPASS!

ps: Nette Keksrezepte zum Backen mit Kindern gibt´s z.B. bei Living at Home